Alle Türen offen lassen

Die Baselbieter Regierung spricht sich klar gegen das enge Korsett der Bruderholzspital-Initiative aus und will damit alle Türen offen lassen. Wie die regionale Zusammenarbeit künftig mit den drei Standorten des KSBL auf dem Bruderholz, in Laufen und in Liestal aussehen wird, ist noch offen und wird voraussichtlich erst 2018 vom Landrat und auch vom Baselbieter Volk entschieden. Bis dann müssen alle Türen, also alle Optionen offen bleiben. Wenn wir über die Bruderholzspital-Initiativen abstimmen, ist das die Sackgasse, während alle regionalen Zusammenarbeitsformen offen bleiben. Die Weichenstellungen über Form und Ausmass und detaillierte Ausgestaltung mit finanziellen Folgen übernehmen Regierung, Landrat und das Baselbieter Stimmvolk mit dem letzten Wort.

 

Die Initianten der Bruderholzspital-Initiative haben viel erreicht, aber nicht eigesehen, dass sie mit ihrer Zwängerei und dem Verzicht auf den Rückzug dem Bruderholzspital mehr schaden als nutzen. Der geplante Ausbau am Standort Bruderholz wird durch die zugeknallte Türe gefährdet.

  • Die Gesetzesinitiative „Ja zum Bruderholzspital“ verbaut durch die gesetzliche Festlegung der Leistungsangebote die bessere Zusammenarbeit innerhalb der drei Standorte des Kantonsspitals Baselland. Praktisch alles muss an allen drei Standorten erbracht werden. Gemäss den Aussagen der Initianten in einer Medienmitteilung darf Liestal keine hochspezialisierte Medizin mehr anbieten. Die Oberbaselbieter und die Liestaler müssten also für besondere Eingriffe nach Basel statt sich am Standort Liestal behandeln zu lassen.
  • Die Möglichkeiten zur regionalen Zusammenarbeit des Kantonsspital Basellands würden bei einer Annahme der Initiative stark eingeschränkt. Denn die zwei Standorte Laufen und Bruderholz müssten „aufgerüstet“ werden mit der Schaffung zusätzlicher Überkapazitäten im stationären Bereich.
  • Die „Zwangsjacke“ Bruderholzspital-Initiative behindert und verhindert die gesundheits- und finanzpolitische angesagte regionale Zusammenarbeit.